Verstopfte Abflüsse entstehen meist durch Haare, Fett und Seifenreste im Siphon – und im großen ÖKO-TEST-Labortest überzeugte davon nur ein einziges von 21 chemischen Produkten wirklich. Probiere zuerst die Saugglocke (2 Minuten) oder eine Rohrreinigungsspirale (10–15 Minuten) – das löst die meisten Verstopfungen ohne Chemie und ohne Risiko für deine Mietwohnung.
- 1Werkzeuge
- 2Abflussreiniger im Test: Was ÖKO-TEST wirklich gefunden hat
- 3Chemisch, biologisch oder mechanisch? Der Unterschied
- 4Warum das Umweltbundesamt zu mechanisch rät
- 5Diagnostischer Entscheidungsbaum: Welche Methode passt zu deiner Verstopfung?
- 6Saugglocke und Rohrreinigungsspirale richtig anwenden
- 7Sicherheit: Verätzungsgefahr und Erste Hilfe
- 8Wer zahlt bei Rohrverstopfung in der Mietwohnung?
- 9Wann du einen Fachmann brauchst
- 10Was kostet der Klempner, wenn nichts mehr hilft?
- 11Häufige Fehler bei der Abflussreinigung und was du dagegen tun kannst
- 12Vorbeugen statt reinigen: So bleibt der Abfluss frei
- 13Häufige Fragen
- 14Fazit
Werkzeuge
- Eimer (kein Affiliate nötig)
- Altes Handtuch oder Lappen (kein Affiliate nötig)
Materialien (nur falls chemisch nachgeholfen werden muss):
- Getesteter Abflussreiniger, zum Beispiel das W5 Rohrreinigergel Rohr Frei von Lidl (ca. 3–5 Euro). Für dieses Produkt liegt aktuell kein Partnerlink vor – du bekommst es regulär im Lidl-Markt oder online.
Dieser Artikel ist NICHT für dich, wenn…
- …Wasser gleichzeitig aus mehreren Abflüssen zurückstaut oder aus dem Bodenablauf im Keller riecht – das deutet auf ein Problem an der Hauptleitung hin, das nur ein Fachbetrieb mit Kamerabefahrung lösen kann.
- …du gerade Haut- oder Augenkontakt mit einem Abflussreiniger hattest – lies stattdessen sofort den Abschnitt “Sicherheit” weiter unten und ruf im Zweifel den Giftnotruf oder die 112.
- …es sich um ein gewerbliches Fettabscheider-Problem handelt – dafür gelten eigene Vorschriften, die ein Fachbetrieb kennt.
Wenn nichts davon zutrifft: Sonntagabend, die Spüle läuft nicht mehr ab, und im Regal steht eine Flasche Abflussreiniger, die vielleicht gar nicht hilft. Die gute Nachricht: Für die meisten Verstopfungen brauchst du weder Chemie noch einen Notdienst für 150 Euro. Dieser Artikel zeigt dir, was laut unabhängigem Labortest wirklich wirkt, wie du sicher vorgehst – und was du als Mieter wissen solltest, bevor du selbst Hand anlegst.
Abflussreiniger im Test: Was ÖKO-TEST wirklich gefunden hat
ÖKO-TEST hat für die Ausgabe 2/2025 insgesamt 21 Abfluss- beziehungsweise Rohrreiniger auf ihre Wirksamkeit geprüft, darunter auch drei biologische Produkte. Das Ergebnis war ernüchternd: Mehr als ein Drittel der getesteten Produkte fiel im Praxistest mit “mangelhaft” oder “ungenügend” durch, obwohl fast alle mit aggressiven Warnhinweisen wie “verursacht schwere Verätzungen” gekennzeichnet sind.
Nur ein Produkt löste die Testverstopfung im Siphon in allen drei Durchläufen vollständig: das W5 Rohrreinigergel Rohr Frei von Lidl, das im Praxistest die Note “gut” erhielt. Bemerkenswert: Kein bekanntes Markenprodukt konnte da mithalten – Drano etwa schnitt insgesamt am schlechtesten ab, obwohl es die bekanntere Marke ist. In der Praxis zeigt sich hier ziemlich deutlich: Der Name auf der Flasche sagt wenig über die Wirkung aus.
Für die Kaufentscheidung heißt das: Wer glaubt, ein teures oder bekanntes Produkt wirke automatisch besser, liegt nach diesem Test falsch. Die Wirksamkeit hing im Test nicht an der Marke, sondern an der Rezeptur und der korrekten Dosierung. Eine Anwendung kostete je nach Produkt zwischen 0,63 Euro und 6,90 Euro – bei stark schwankender Wirkung.
Chemisch, biologisch oder mechanisch? Der Unterschied
Chemische Abflussreiniger arbeiten meist mit Natriumhydroxid (Ätznatron) oder Natriumhypochlorit. Diese Stoffe zersetzen organisches Material durch eine stark alkalische Reaktion – genau das macht sie wirksam gegen Haare und Fett, aber eben auch gefährlich bei Hautkontakt. Biologische Reiniger setzen stattdessen auf Enzyme und Bakterienkulturen, die Ablagerungen langsam abbauen. Sie sind milder für Umwelt und Rohre, brauchen aber meist Stunden statt Minuten und scheitern laut Test häufig an bereits verfestigten Verstopfungen.
Mechanische Werkzeuge wie Saugglocke oder Spirale funktionieren anders: Sie lösen die Blockade durch Druck oder Bewegung, statt sie chemisch aufzulösen. Kein Wirkstoff bleibt im Abwasser zurück, kein Verätzungsrisiko beim Anwenden – und du kannst eine gute Rohrreinigungsspirale schon für rund 15 bis 25 Euro kaufen, eine Saugglocke sogar für ein paar Euro weniger.
Warum das Umweltbundesamt zu mechanisch rät
Das Umweltbundesamt stuft chemische Abflussreiniger als problematische Haushaltschemikalien ein und rät ausdrücklich zu mechanischen Alternativen wie Spirale oder Saugglocke, um den Eintrag von Chemikalien ins Abwasser zu vermeiden. Der Hintergrund: Kläranlagen filtern längst nicht alle enthaltenen Stoffe vollständig heraus, bevor das Wasser in Flüsse und Seen gelangt.
| Methode | Wirksamkeit laut Test | Kosten pro Anwendung | Am besten für |
|---|---|---|---|
| Chemisch | sehr unterschiedlich, nur 1 von 21 Produkten überzeugte vollständig | ca. 0,63 bis 6,90 € | leichte Verstopfungen, wenn mechanisch nicht greifbar ist |
| Biologisch | mild, aber langsam, bei hartnäckigen Verstopfungen oft wirkungslos | ca. 2 bis 5 € | vorbeugende, regelmäßige Pflege |
| Mechanisch (Saugglocke/Spirale) | vom Umweltbundesamt empfohlen, direkt und ohne Chemierückstand | einmalige Anschaffung ca. 5 bis 25 € | die meisten Verstopfungen im Siphon-Bereich |
Chemie ist also kein Standardwerkzeug, sondern eher die zweite Wahl, wenn Saugglocke oder Spirale nicht zur Hand sind oder die Verstopfung tiefer sitzt, als du mit der Spirale erreichst.
Diagnostischer Entscheidungsbaum: Welche Methode passt zu deiner Verstopfung?

Bevor du zu irgendeinem Mittel greifst, lohnt sich eine kurze Diagnose:
- Läuft das Wasser nur langsam ab, ohne kompletten Stillstand? Das spricht für eine beginnende Verstopfung im Siphon – meist reicht schon die Saugglocke.
- Steht das Wasser komplett und die Saugglocke bringt keinen Erfolg? Dann sitzt die Blockade wahrscheinlich tiefer – hier kommt die Rohrreinigungsspirale ins Spiel.
- Betrifft es mehrere Abflüsse gleichzeitig oder riecht es aus dem Bodenablauf? Das ist kein Fall für DIY – hier steckt das Problem in der Sammel- oder Fallleitung, für die du einen Fachbetrieb brauchst (siehe Abschnitt “Wann du einen Fachmann brauchst”).
- Kunststoffrohre oder alte Metall- beziehungsweise Bleirohre? Bei älteren, bereits angegriffenen Rohren erhöht aggressive Chemie das Risiko für Undichtigkeiten – hier ist mechanisch klar die schonendere Wahl.
Diese kurze Einordnung entscheidet, ob du überhaupt zur Chemie greifen solltest – in den meisten Wohnungen mit normaler Sanitärausstattung reicht die mechanische Reihenfolge unten völlig aus.
Saugglocke und Rohrreinigungsspirale richtig anwenden
Achtung: Setze keine Saugglocke oder Spirale mit roher Kraft ein, wenn die Verstopfung nicht sofort nachgibt. Zu starker Druck kann Siphon oder Rohrverbindungen lockern – mit teuren Folgeschäden (mehr dazu im Abschnitt Mietrecht).
Saugglocke Schritt für Schritt

Bedenke dabei: Bei tief sitzenden Verstopfungen jenseits des Siphons kommt eine Saugglocke schnell an ihre Grenzen – dann brauchst du die Spirale.
- Wasser einfüllen und Überlauf abdichten. Fülle das Waschbecken oder die Wanne mit ein paar Zentimetern Wasser, sodass die Saugglocke später luftdicht ansetzen kann. Verschließe einen eventuell vorhandenen Überlauf mit einem feuchten Lappen, sonst entweicht der Druck sofort wieder.
- Saugglocke ansetzen und pumpen. Setze die Saugglocke gerade über dem Abfluss an und drücke sie fest an, ohne schon zu pumpen. Pumpe danach 10 bis 15 Mal zügig, aber ohne rohe Gewalt – zu heftiges Pumpen erzeugt genau den Druckstoß, der Rohrverbindungen beschädigen kann.

- Ruckartig abziehen und prüfen. Ziehe die Saugglocke beim letzten Zug ruckartig ab, statt sie langsam abzuheben – dieser Sog löst oft erst die Blockade. Prüfe danach, ob das Wasser abläuft.
- Bei Bedarf wiederholen. Wiederhole den Vorgang zwei- bis dreimal, bevor du zur Spirale wechselst.
Rohrreinigungsspirale Schritt für Schritt
Halte im Hinterkopf: Eine Spirale braucht etwas Übung, und bei sehr alten, bereits angegriffenen Rohren kann sie im schlimmsten Fall selbst Kratzer hinterlassen – bei Zweifeln lieber vorsichtig testen statt mit Kraft durchzudrücken.
- Zugang zum Rohr schaffen. Öffne, falls vorhanden, die Reinigungsöffnung am Siphon oder löse den Siphon mit einer Wasserpumpenzange über einem untergestellten Eimer.

- Spirale einführen. Führe die Spirale mit der Kurbel vorsichtig in die Öffnung ein, bis du einen spürbaren Widerstand fühlst.

Achtung: Drehe die Kurbel nur in eine Richtung und mit moderatem Tempo. Falsche Drehrichtung oder zu hohe Drehzahl kann dazu führen, dass sich die Spirale verkantet oder zurückschlägt – trage deshalb durchgehend Handschuhe.
- Verstopfung durchbohren. Drehe die Spirale am Widerstand vorsichtig weiter, statt sie durchzudrücken – so bohrt sie sich durch die Verstopfung, statt nur dagegen zu drücken.
- Zurückziehen und spülen. Ziehe die Spirale danach langsam zurück und spüle mit warmem Wasser nach, um zu prüfen, ob der Abfluss wieder frei ist.
- Siphon montieren und Spirale reinigen. Baue den Siphon wieder zusammen, bevor du das Wasser laufen lässt, und kontrolliere kurz auf Undichtigkeiten. Reinige die Spirale danach gründlich, sonst wird sie beim nächsten Einsatz selbst zur Verstopfungsquelle.

Sicherheit: Verätzungsgefahr und Erste Hilfe
Seit Januar 2025 muss auf allen chemischen Produkten, die aufgrund ihrer gesundheitsgefährdenden Zusammensetzung eingestuft sind, ein 16-stelliger UFI-Code stehen. Er hilft Giftnotrufzentralen, die genaue Rezeptur schnell zu identifizieren, falls es zu einem Unfall kommt – notiere ihn dir ruhig, bevor du eine Flasche überhaupt öffnest.
Beides ist recht günstig zu haben und lohnt sich, bevor überhaupt etwas passiert ist – Nachteil ist höchstens, dass man dran denken muss, sie auch wirklich aufzusetzen und nicht nur griffbereit hinzulegen.
Trage bei jeder Anwendung von chemischen Reinigern Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille, und mische niemals Produkte verschiedener Hersteller oder Chargen miteinander – bei manchen Rezepturen können dabei gefährliche Gasreaktionen entstehen.
Sofortmaßnahmen bei Verätzung:
- Hautkontakt: Entferne kontaminierte Kleidung sofort und spüle die betroffene Stelle ausgiebig mit fließendem, klarem Wasser – so lange, bis die Reizung spürbar nachlässt oder Hilfe eintrifft. Achte darauf, dass das Wasser nicht über gesunde Hautstellen abläuft.
- Augenkontakt: Spüle das offene Auge sofort mindestens 10 bis 15 Minuten lang mit klarem, lauwarmem Wasser, wobei das Augenlid weit geöffnet bleibt und das betroffene Auge nach unten zeigt, damit kontaminiertes Wasser nicht ins gesunde Auge läuft.
Kontaktiere in beiden Fällen anschließend sofort die Giftnotrufzentrale oder wähle bei starken Beschwerden die 112 – halte dabei die Verpackung mit dem UFI-Code bereit.
Diese Angaben ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Unsicherheit gilt: lieber einmal zu oft beim Giftnotruf anrufen als zu wenig.
Wer zahlt bei Rohrverstopfung in der Mietwohnung?
Grundsätzlich gilt: Nach § 535 Abs. 1 S. 2 BGB muss der Vermieter die Mietsache in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand erhalten – dazu zählt auch eine funktionierende Abwasserleitung. Das bedeutet: Bei einer normalen Verstopfung durch Alterung, Kalk- oder Fettablagerungen zahlt in aller Regel der Vermieter, nicht du.
Die im Mietvertrag oft genannte Kleinreparaturklausel greift hier meist nicht, da Abflussrohre – anders als etwa ein Wasserhahn – nicht dem unmittelbaren und häufigen Zugriff des Mieters unterliegen. Wichtig ist außerdem die Mängelanzeigepflicht nach § 536c BGB: Meldest du die Verstopfung nicht zeitnah beim Vermieter, sondern versuchst tagelang eigenmächtig herumzudoktern, kann dir das im Streitfall selbst dann zur Last gelegt werden, wenn die Verstopfung ursprünglich nicht dein Verschulden war.
Hat der Mieter die Verstopfung allerdings selbst verursacht, etwa durch heruntergespülte Feuchttücher oder Fremdkörper, sieht die Sache anders aus: Dann greift die Ausnahme zur vertragsgemäßen Nutzung nach § 538 BGB, und die Kosten können auf den Mieter zurückfallen.
Der teurere Fehler passiert oft bei der Selbsthilfe, nicht bei der Verstopfung selbst. Das Amtsgericht Gießen verurteilte einen Mieter zum Schadensersatz, weil dieser eine Handpumpe zur Beseitigung einer Verstopfung im Wannenabfluss einsetzte, ohne sich zuvor mit deren Wirkungsweise vertraut zu machen. Der beim Pumpen entstandene Druck lockerte Rohrverbindungen, sodass in der darunterliegenden Wohnung ein Wasserschaden entstand – und genau dieses vorhersehbare Risiko machte den Mieter haftbar, nicht die Verstopfung an sich.
In der Praxis heißt das: Einfache, vorsichtige Anwendung von Saugglocke oder Spirale ist als Mieter grundsätzlich in Ordnung – gerade deshalb ist die Warnung vor zu starkem Druck weiter oben kein reiner Sicherheitshinweis, sondern eben auch ein Haftungsthema. Nimm dir zum Beispiel Jonas, der gerade seine erste Eigentumswohnung bezogen hat: Er hat sich bewusst gegen den vorbeugenden Chemieeinsatz entschieden (den ÖKO-TEST ohnehin nicht empfiehlt) und stattdessen eine Spirale als Vorsichtsmaßnahme angeschafft – für Mieter gilt dieselbe Logik, nur dass hier zusätzlich die frühzeitige Meldung an den Vermieter dazugehört.
Wann du einen Fachmann brauchst
Hol dir spätestens jetzt professionelle Hilfe, statt weiter selbst zu probieren:
- Wasser tritt gleichzeitig an mehreren Abflüssen zurück – das deutet auf ein Problem an der gemeinsamen Fall- oder Sammelleitung hin, das kein Konsumentenprodukt löst.
- Die Verstopfung kommt innerhalb weniger Wochen wieder, obwohl du sie erfolgreich beseitigt hast – ein Hinweis auf eine strukturelle Schwachstelle im Rohr.
- Nach dem Einsatz von Chemie oder Spirale tritt Wasser an Rohrverbindungen aus – ein Zeichen für bereits vorgeschädigte, alte Leitungen.
- Unangenehmer Geruch steigt aus dem Bodenablauf im Keller auf – möglicher Rückstau aus der öffentlichen Kanalisation.
Suche in diesen Fällen einen SHK-Betrieb (Sanitär-Heizung-Klima) oder einen spezialisierten Rohrreinigungsdienst. Über die Handwerkskammer deiner Region oder Plattformen wie MyHammer findest du seriöse Betriebe in der Nähe – ein Suchbegriff wie “SHK-Notdienst” plus deine Postleitzahl liefert meist schnell brauchbare Treffer. Frage vorab konkret nach Stundensatz und Mindestberechnungszeit, bevor du beauftragst – gerade bei Vermittlungsplattformen für Notdienste liegen die Preise laut mehreren Handwerkerportalen häufig deutlich über denen lokaler Betriebe.
Was kostet der Klempner, wenn nichts mehr hilft?
Ein Klempner-Notdienst kostet in Deutschland zwischen 100 und 200 Euro pro Stunde, eine einfache professionelle Rohrreinigung bei leichten Verstopfungen liegt bei 80 bis 150 Euro pauschal. Je nach Ort der Verstopfung und Region schwanken die Preise laut mehreren Portalen zwischen etwa 70 und 300 Euro.
| Lösung | Kosten | Wann sinnvoll |
|---|---|---|
| Saugglocke/Spirale (einmalig) | ca. 5 bis 25 € | für die meisten Verstopfungen im Siphon-Bereich, erster Versuch |
| Getesteter Abflussreiniger | ca. 0,63 bis 6,90 € pro Anwendung | wenn mechanisch nicht greifbar ist oder nicht ausreicht |
| Klempner-Pauschale | ca. 80 bis 150 € | leichte bis mittlere Verstopfung, die DIY nicht löst |
| Klempner-Notdienst | ca. 100 bis 200 € pro Stunde | akute Notfälle außerhalb der Geschäftszeiten |
Der Rechenweg ist simpel: Eine Spirale für rund 15 bis 25 Euro amortisiert sich schon beim ersten vermiedenen Notdiensteinsatz um ein Vielfaches – und du hast sie danach für die nächste Verstopfung gleich im Haus.
Häufige Fehler bei der Abflussreinigung und was du dagegen tun kannst
Problem: Der Abflussreiniger wirkt nach der vollen Einwirkzeit nicht.
Ursache: Viele Verstopfungen sitzen zu tief im Rohr, sodass die Chemie sie gar nicht erreicht, oder es handelt sich um einen Fremdkörper, den kein Reiniger auflösen kann.
Lösung: Wechsle auf eine Rohrreinigungsspirale, die auch tiefer sitzende Blockaden mechanisch erreicht – kipp niemals einfach eine zweite Ladung Chemie nach.
Problem: Nach dem Auflösen der Verstopfung kommt sie innerhalb weniger Tage wieder.
Ursache: Meist wurde nur ein Teil der Ablagerung entfernt, während der Rest als Nährboden für neue Verstopfungen bleibt.
Lösung: Spüle nach jeder Reinigung mit reichlich heißem Wasser nach und wiederhole die mechanische Reinigung vollständig, statt nur oberflächlich zu behandeln.
Problem: Die Spirale verkantet sich im Rohr und lässt sich nicht mehr drehen.
Ursache: Meist entsteht das durch zu schnelles Drehen oder einen Richtungswechsel mitten in der Anwendung.
Lösung: Drehe die Spirale langsam in die Gegenrichtung zurück, statt sie mit Kraft herauszuziehen – bei anhaltendem Widerstand lieber gleich einen Fachbetrieb kontaktieren, statt das Rohr zu beschädigen.
Problem: Nach dem Einsatz der Saugglocke tritt Wasser an der Unterseite des Waschbeckens aus.
Ursache: Der Druck beim Pumpen hat eine bereits gealterte Dichtung am Siphon gelockert.
Lösung: Drehe das Absperrventil zu, trockne die Stelle und ziehe die Siphon-Verschraubung von Hand nach – bleibt es undicht, ist eine neue Dichtung fällig oder halt ein Fachmann gefragt.
Vorbeugen statt reinigen: So bleibt der Abfluss frei
Ein Haarsieb im Bad-Abfluss fängt die häufigste Verstopfungsursache ab, bevor sie überhaupt ins Rohr gelangt – gegen bereits im Rohr sitzendes Fett hilft es allerdings nicht mehr, dafür musst du dann doch zu Spirale oder Reiniger greifen. Entsorge Speisereste und Fett grundsätzlich im Mülleimer statt im Ausguss – erkaltetes Fett setzt sich in den Rohren ab und wird zum Nährboden für weitere Ablagerungen.
Spüle Abflüsse, die selten genutzt werden, einmal wöchentlich mit heißem Wasser nach. Verzichte auf vorbeugenden Chemieeinsatz “auf Verdacht” – das erhöht laut ÖKO-TEST nur unnötig das Verätzungs- und Umweltrisiko, ohne echten Nutzen zu bringen, solange der Abfluss normal läuft.
Häufige Fragen
Welcher Abflussreiniger ist im Test der beste?
Im unabhängigen ÖKO-TEST-Labortest 2025 löste nur ein Produkt die Testverstopfung in allen Durchläufen vollständig: das W5 Rohrreinigergel Rohr Frei von Lidl, mit der Note “gut”. Mehr als ein Drittel der 21 getesteten Produkte fiel dagegen durch. Für leichte Verstopfungen empfiehlt das Umweltbundesamt ohnehin zuerst mechanische Alternativen wie Saugglocke oder Spirale statt Chemie.
Darf ich Abflussreiniger in der Toilette verwenden?
In der Regel nicht empfohlen – die meisten Abflussreiniger sind für Siphons in Küche und Bad konzipiert, nicht für die stärkere Wassermenge und andere Rohrgeometrie einer Toilette. Prüfe vorher die Herstellerangaben auf der Verpackung.
Wie lange muss Abflussreiniger einwirken?
Das variiert stark je nach Produkt – halte dich einfach an die Angabe auf der Verpackung. Länger als angegeben einwirken zu lassen bringt laut Testergebnissen keinen zusätzlichen Nutzen, erhöht aber das Risiko für die Rohre.
Ist Abflussreiniger schädlich für Kunststoffrohre?
Moderne Kunststoffrohre vertragen die meisten handelsüblichen Reiniger bei korrekter Dosierung. Bei älteren oder bereits geschädigten Rohren erhöht häufiger Chemieeinsatz jedoch das Risiko für Undichtigkeiten – hier ist die mechanische Reinigung die schonendere Alternative.
Wer zahlt die Rohrreinigung in der Mietwohnung?
Bei normaler Abnutzung in der Regel der Vermieter nach § 535 BGB. Hast du die Verstopfung selbst verursacht oder bei der Selbsthilfe einen Folgeschaden angerichtet, kann die Kostenpflicht auf dich übergehen (siehe Abschnitt Mietrecht oben).
Wie entsorge ich Reste von Abflussreiniger?
Nicht in den normalen Hausmüll und nicht unverdünnt in den Abfluss – informiere dich bei deiner örtlichen Schadstoffsammelstelle über die korrekte Entsorgung, da chemische Reiniger als Sondermüll gelten.
Fazit
Für die meisten verstopften Abflüsse ist die Saugglocke oder Rohrreinigungsspirale die bessere erste Wahl – schonender, günstiger und laut Umweltbundesamt auch ökologisch sinnvoller als ein Griff zur Chemie. Ein Abflussreiniger-Test lohnt sich nur als zweite Option, wenn mechanisch nichts hilft, und selbst dann überzeugte im großen ÖKO-TEST-Vergleich nur ein einziges Produkt wirklich. Bleibt die Verstopfung hartnäckig oder betrifft mehrere Abflüsse gleichzeitig, ist der Griff zum Fachbetrieb günstiger als ein teurer Folgeschaden.
Wenn du gleich beim Thema Sanitär-Selbsthilfe bleiben willst: In unserer Anleitung zum tropfenden Wasserhahn zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du auch diese Reparatur selbst hinbekommst. Falls stattdessen deine Waschmaschine nicht abpumpt, findest du dort die passende Anleitung.
Kommentar schreiben